Business Rules Management und Complex Event Processing

Complex Event Processing (CEP) und Business Rules Management (BRM) ergänzen sich ideal zu Softwaresystemen, in denen:

  • Massen an Ereignissen in Echtzeit zu analysieren sind, mit dem Ziel, definierte Muster (Event Patterns) zu erkennen und daraus komplexe Ereignisse (Complex Events) zu generieren.
  • auf komplexen Ereignissen die jeweils passenden Regeln anzuwenden sind, um intelligente Entscheidungen zu treffen und Folgeaktionen umgehend anzustoßen.

Die beiden Bereiche sind nahtlos integrierbar, was sich in einer verteilten, Service-orientierten Systemarchitektur eines CEP & BRM Gesamtsystems deutlich abzeichnet.

Reiter

BRM & CEP

CEP für die Analyse und Mustererkennung in Ereignisströmen

Die Erkennung von relevanten Ereignismustern übernehmen Event Processing Agents (EPA), die drei Aufgaben erfüllen:

  • das Filtern relevanter Ereignisse aus einer großen Menge
  • die Aggregation gemäß fachlicher Zusammenhänge zu komplexen Ereignissen
  • die Überwachung hinsichtlich des Fehlens bestimmter Ereignisse

Lose Kopplung

EPAs sind lose gekoppelt und lassen sich in einem komponentenorientierten System z.B. mit Hilfe von Publish-Subscribe-Kommunikation sehr einfach kontextabhängig neu gruppieren oder erweitern.   

Hauptkomponenten einer verteilten Systemarchitektur für die Ereignisverarbeitung und Entscheidungsfindung

BRM für die regelbasierte Entscheidungsfindung und -automatisierung

Aufgabe des BRM-Systems ist, auf Basis der gesammelten und aggregierten Informationen Entscheidungen zu treffen. Es arbeitet die für das konkrete komplexe Ereignis passenden Regeln ab.

Zustandsbehaftung

Je nach Anwendungsfall ist es erforderlich, den aktuellen Zustand der Regelverarbeitung zu erhalten und dabei die vollständige Abarbeitung der Geschäftsregeln zu gewährleisten.

Wechselseitiger Austausch

Das Ergebnis der Regelverarbeitung - die Entscheidung - wird im Zielsystem umgesetzt. Das Ergebnis kann zum Beispiel zu einem neuen Ereignis führen, das in den Ereignisstrom geleitet wird. Zwischen CEP-Engine und BRM-System findet somit ein wechselseitiger Datenaustausch statt.

Vorteile

Intelligente Entscheidungen auf Basis großer Ereignismengen automatisieren

Mit dem CEP & BRM Gesamtsystem sind Unternehmen in der Lage, trotz großer Ereignismengen intelligente, komplexe Entscheidungen transparent zu automatisieren.

Optimal kombiniert

Durch eine komponentenorientierte Systemarchitektur können beide Teilbereiche ihre jeweils speziellen Fähigkeiten und spezifischen Verantwortlichkeiten in idealer Weise kombinieren:

  • Die CEP Engine ist für die Analyse großer Ereignismengen und die Mustererkennung in Echtzeit zuständig.
  • Das Geschäftsregelsystem wendet aufgrund bestimmter Ereignisse Regeln an, um Entscheidungen zu treffen und diese bei Bedarf umgehend umzusetzen.

Ebenso können IT und Fachbereich ihre jeweils spezifischen Kompetenzen einbringen:

  • Die Vorverarbeitung für die Ereignisanalyse ist Aufgabe von IT-Experten.
  • Die Definition der Regeln für die umzusetzenden Entscheidungen ist Aufgabe der jeweiligen Fachexperten (z.B. Rating Analysten).
  • Gemeinsam arbeiten IT- und Fachexperten an der Definition der zu erkennenden Ereignismuster.

Das System einfach erweitern   

In dem Geschäftsregelsystem Visual Rules lässt sich die -möglicherweise komplexe- Geschäftslogik für die Entscheidungsfindung einfach erweitern und anpassen. Dort erfolgt auch das vollständige Management der Regeln.

Auch die Event Processing Agents lassen sich in dem komponentenbasierten System einfach erweitern und bei Bedarf neu bündeln. Hierfür ist es erforderlich, die EPAs entsprechend zu strukturieren und in einem EPN (Event Processing Network) zu gruppieren.

Die Fachlogik effizient umsetzen  

Es sind Fachexperten, die die Logik für die Entscheidungsfindung in ereignisbasierten Systemen kennen. Sie zu unterstützen, die Geschäftslogik intuitiv zu erstellen, zu testen, auszutauschen und in Produktion zu bringen, ist die Kernaufgabe von Visual Rules.

Einsatzbereiche


Wofür setzen Unternehmen heute die Kombination von CEP und BRM ein? Und welchen Nutzen gewinnen sie dadurch? Zwei Beispiele:

Echtzeit-Wertpapierhandel

Ein typischer Einsatzbereich ist der Echtzeit-Wertpapierhandel. Papiere ändern ihren Kurs, Unternehmen veröffentlichen Bilanzdaten, die Zentralbank ändert den Leitzins, politische Ereignisse treten ein, und selbst das Wetter hat Einfluss auf das Geschehen am Markt. Händler sind gefordert, aus einer Flut von Daten schnell die relevanten Informationen zu filtern, Verknüpfungen zu erkennen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Eine Anwendung, die konsequent und durchgängig Informationen verdichtet und selbstständig auf Basis definierter Regelwerke entscheidet, erleichtert Händlern die Arbeit deutlich.

Verkehrssteuerung

Auch in der Verkehrssteuerung werden CEP und BRM kombiniert eingesetzt. Ihr Ziel ist, Einflüsse von Verkehrsstörungen (z.B. erhöhtes Verkehrsaufkommen aufgrund von Großveranstaltungen) frühzeitig zu erkennen und zügig darauf zu reagieren (etwa über die Verlängerung der Grünphase einer bestimmten Ampel).

Weitere Einsatzbereiche:

  • Erkennen und Vermeiden entstehender Flash Crowds
  • Dezentrales Netzmanagement im Smart Grid
  • Frühzeitiges Erkennen und Eindämmen aufkommender Epidemien (siehe Google Flu Trends), Evakuierung vor sich abzeichnenden Katastrophen (siehe Tsunami-Warnung)
  • Laufzeitoptimierung von Anlagen, Maschinen und Geräten über Sensornetze
  • Warenverfolgung und Logistiksteuerung mittels RFID
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